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Kunst zum Anziehen – ein Interview mit Alexander E. Voigt

Er hat unserer aktuellen Art-Meets-Fashion-Kollektion seinen künstlerischen Stempel aufgedrückt: der Maler Alexander Ernst Voigt. In seinem Düsseldorfer Atelier haben wir ihn besucht, um über die spannende Verbindung von Kunst und Mode zu sprechen. Und darüber, dass im Stadtwald jetzt auch Palmen wachsen.

Walbusch: Herr Voigt, Sie sind gebürtiger Berliner, haben an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und leben seither auch in Düsseldorf. Was bedeutet Heimat für Sie?

A. E. Voigt: Heimat ist Berlin. Das ist der Ort, der mit meiner Kindheit verbunden ist und mit meiner Herkunftsfamilie. Mein Zuhause, das ist Düsseldorf: meine Frau, meine Kinder, wo ich wohne und arbeite. Hier ist der Schreiner, der die Rahmen so baut, wie ich sie brauche. Die Firma, bei der ich meine Farben bekomme. Die Kontakte zur Akademie. Kunst und Malen ist ja auch Handwerk – damit am Ende die Qualität stimmt, braucht man gutes Material. Und das kriege ich hier.

Walbusch: Das passt gut zum Konzept unserer Art-Meets-Fashion-Kollektion. Hier arbeiten wir mit Herstellern und Manufakturen, die besondere Qualitäten haben. Die uns handwerklich oder auch materialseitig begeistern. Aus Gründen der Nachhaltigkeit gerne mit solchen, die in Deutschland, mindestens aber in Europa zuhause sind. Diesmal sind Sie dabei! Unser erster Künstler – wir freuen uns!

A. E. Voigt: Ich auch! Ein richtiges Abenteuer! Ich hatte schon öfter überlegt, was sich mit den großformatig bedruckten Baumwollfahnen noch machen lässt, außer sie aufzuhängen. Ich dachte, Mensch wäre das toll, wenn man diese Muster auch anziehen könnte. Versuchsweise habe ich dann erst mal einen Stuhl damit bezogen und eine Tasche angefertigt. Und jetzt, eineinhalb Jahre später, sind die Palmblätter zum Motiv eurer Kollektion geworden! Großartig! Auch weil mir die Sachen so gut gefallen. Das Hemd hätte ich übrigens gerne … (lacht).

Walbusch: Was war zuerst da: die Liebe zur Kunst, oder die zur Natur?

A. E. Voigt: Natur war immer schon Thema für mich. Informiert sein und bewusst mit Ressourcen umzugehen ist mir wichtig. Umwelt und Natur sind ja spätestens seit Fridays for Future wieder sehr prominente Diskurse, und so beschäftigt sich natürlich auch die Kunst damit.
Wenn ich zum Beispiel mit dem Fahrrad unterwegs bin, lasse ich die Natur ganz bewusst auf mich wirken. Zurück im Atelier bringe ich dann das Erlebte aus meiner Erinnerung auf die Leinwand. Meine Aufgabe als Künstler verstehe ich so, dass Motiv und Technik sich zu einem abstrakten Bild oder einer neuen Form verbinden. So entstanden auch die Palmblätter für die Walbusch Art-Meets-Fashion-Kollektion. Die sind wie ein Spotlight auf die Natur, wie ich sie an dem Tag erlebt habe.

Walbusch: Palmen? In Düsseldorf?!

A. E. Voigt: Es gibt welche im Stadtwald! Die Leute fahren mit dem Auto hin und laden ihren Grünschnitt und alte Topfpflanzen ab. Zwischen Eichen, Buchen und Ahorn wachsen ausgewilderte Weihnachtsbäume, Thailand-Bambus – und eben Palmen.

Voigts Bilder entstehen mit einer einfachen Drucktechnik, die auch Paul Klee, Magritte und Max Ernst benutzt haben: der Monotypie. So wird jedes Bild ein Unikat.

Eine große Druckplatte wird mit Ölfarbe bestrichen. Diese wird an einigen Stellen mit dem Pinsel wieder abgewischt, sodass aus der Schwärze Muster und Formen auftauchen, die hinterher weiß bleiben. Ein Baumwolltuch wird auf die Farbe gelegt und angepresst.

Darauf zeichnet Voigt mit Hilfe spezialangefertigter, bis zu 3,50 m großer Kurvenlineale Pflanzenmuster und abstrakte Formen, die dann auf der Rückseite spiegelverkehrt wieder auftauchen.

Walbusch: Was gefällt Ihnen an der Verbindung Ihrer Kunst mit Mode?

A. E. Voigt: Dass sie ganz direkt eine Anwendung findet. Das tut Kunst ja sonst eher nicht. Jemand, der eine Jacke oder eine Hose von euch mit meinen Pflanzenmotiven trägt, denkt an dem Tag vielleicht auch ans echte Draußen – der Gedanke gefällt mir. Außerdem hat mir das Projekt auch innerlich Türen geöffnet. Ich denke jetzt viel freier über Möglichkeiten nach, wie ich meine Kunst mehr Menschen zugänglich machen kann.

Walbusch: Was haben Sie als nächstes vor, Herr Voigt?

A. E. Voigt: Aus Liebe zur Architektur habe ich eine ganze Weile Interieurs gemalt. Seit Pflanzen für mich ein Thema geworden sind, denke ich darüber nach, beides zu verbinden. Wenn Kunst im Raum stattfindet, haben mehr Menschen was davon. Und so schließt sich der Kreis zur Architektur wieder. Aber mehr wird noch nicht verraten.

Walbusch: Letzte Frage: Wie würden Sie Ihren eigenen Modestil beschreiben?

A. E. Voigt: Turnschuhe und Mütze* sind wichtig. Das dazwischen muss Farbe abkönnen.

Walbusch: Alexander Ernst Voigt, wir danken Ihnen für das Interview.

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