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    Kleine Kragen-Kunde

    Kent-Kragen, Haifisch-Kragen, Button-Down-Kragen, Walbusch-Kragen ohne Knopf... So verschieden sie auch sind, eines haben alle gemeinsam: sie sind der perfekte Abschluss eines Hemdes. Eine Kragenform, die momentan wieder großen Anklang findet, ist der Stehkragen. Ein Grund mehr, den kleinsten aller Kragen mal genauer unter die Lupe zu nehmen:

    Anfänge des Stehkragens. Im 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts ist der Stehkragen das Symbol für guten Stil. Er schmückte die Hemden zahlreicher Männer – damals in einer anderen Form als wir sie heute kennen: Die Kragen waren nicht am Hemd festgenäht, sondern angeknöpft. Der Vorteil war, dass man sie täglich leichter reinigen und beliebig oft wechseln konnte. Ab 1840 wurde bei der Behandlung der Kragen Stärke benutzt. Das konnten sich nur die Reichen leisten, sodass steife Kragen schon bald ein Merkmal der höheren Kreise waren.

    Der wohl bekannteste Kragen dieser Zeit ist der Vatermörder, eine Vor-Form des Stehkragens. Sein Erkennungszeichen: die bis hoch zum Kinn aufragenden, abstehenden, spitzen Ecken. Der spannende Name hat leider keine bewiesene Herkunft. Theorien hierzu sind a) eine fehlerhafte Übersetzung aus dem Französischen, b) die Geschichte eines durch den Kragen ermordeten Sohnes und c) Verletzungen am Hals durch die scharfen Kanten der Kragenenden.

    Modisch sehr vielseitig. Obwohl der Stehkragen eine so lange Historie hat, ist er überhaupt nicht altmodisch. Im Gegenteil: aktuell ist er richtig im Trend! Denn er hat sich weiterentwickelt und den Bedürfnissen moderner Männer angepasst: Kragen sind generell nicht mehr so steif, sondern angenehm weich und bieten deutlich mehr Freiraum am Hals. Die Kanten sind abgeflacht und beugen sich leicht nach innen. Dadurch bleibt der Stil erhalten – trotz einem Plus an Tragekomfort. Perfekt für die Freizeit! Ein Tipp am Rande: Mit geöffnetem Knopf wirken Stehkragenhemden schön lässig. Aber der Kragen kann auch festlich: Zu formellen Anlässen passt der vom Vatermörder abgeleitete Kläppchenkragen. Durch seinen eleganten Schnitt sieht er gut zu Smoking oder Frack aus. Er reicht nur bis etwa zur Mitte des Halses, die Kragenecken sind nicht mehr spitz sondern umgeklappt.

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