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    Paisley: ein Muster mit Geschichte

    Es zählt zu den ältesten Mustern in der Mode und ist weit gereist: ursprünglich stammt es aus Persien, machte von dort aus Station in Indien. Seinen heutigen Namen verdankt es einer kleinen Weber-Stadt in Schottland.
    Frau mit braunen Haaren sitzt auf einer Mauer und trägt eine Jeans, ein gemustertes Oberteil und eine orangene Weste.

    Die Rede ist von Paisley – einem farbenfrohen, verschnörkelten Muster, das einen Hauch Orient versprüht und derzeit auf Krawatten, Schals, Blusen und sogar Bettwäsche prangt. Die Grundform des Dessins erinnert an einen verlaufenden Tropfen. Mit ein bisschen Phantasie ist in dem wiederkehrenden Element aber auch ein spitz zulaufendes Komma zu erkennen. Forschern zufolge soll es sich allerdings um eine stilisierte Form der lebenswichtigen Dattelpalme bzw. ihren Knospen oder Blättern handeln. Diese ist im Orient ein Symbol für Fruchtbarkeit und das Leben.

    Die Entstehungsgeschichte reicht viele Jahrhunderte zurück. Seinen Ursprung hat das traditionell in unterschiedlichen Rot-Tönen gehaltene, »Boteh« genannte Muster im persischen Großreich. Ein Gebiet, das sich unter anderem über die heutigen Länder Iran, Irak, Pakistan und Afghanistan erstreckte. Über Händler gelangten die reich verzierten Stoffe nach Indien, wo erste Tücher und Schals nach den Vorlagen bestickt wurden. Schließlich brachte die britische Ostindien-Kompanie erste Stücke aus den indischen Kolonien nach Großbritannien und sorgte damit für eine hohe Popularität.

    Königlicher Markenbotschafter

    Die Beliebtheit des Musters ist vor allem auf eine prominente Trägerin zurückzuführen: Königin Victoria fand schnell Gefallen an dem fernöstlichen Dekor, gemusterte Cashmere-Schals wurden zu ihren Lieblingsaccessoires. Dies trieb die Nachfrage in der feinen Gesellschaft in die Höhe, sodass die Importe aus Indien nicht mehr ausreichten. Hinzu kam, dass die bestickten Tücher aus hochwertigen Materialien sehr kostspielig und nur für die Wenigsten bezahlbar waren.

    Ein Umstand, den sich die Stadt Paisley in West-Schottland zu Nutze machte: Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Ort ein bekanntes Zentrum für Textilherstellung und Weberei gewesen. Um den Preis für das dekorative Muster für die ganze Bevölkerung erschwinglich zu machen, entschied man sich dazu, es mit heimischer Wolle nach zu stricken. Schnell gelangte das Muster auf den dort hergestellten Wollschals zu seinem heute in Europa gebräuchlichen Namen Paisley.

    Aufleben dank Hippies

    Viele Jahrzehnte verschwand die bunte Farbwelt mit dem einprägsamen Muster aufgrund seines eher konservativen Images aus den Köpfen und Schränken.
    Erst in den 1970er Jahren entdeckte die von der indischen Kultur begeisterte Hippie-Bewegung das Ornamentmuster für sich. Aber auch die Beatles trugen Kleidungsstücke mit der leicht psychedelisch anmutenden Optik.

    Obwohl das Muster häufig bunt ist, wirkt es filigran und elegant, diverse Form- und Farbvariationen machen es zu einem idealen Kombinationspartner, der alle Blicke auf sich zieht – im Positiven natürlich!
    Wir lieben das Muster, das mit orientalischer Inspiration und schottischer Kreativität heute wieder Einzug in die Modewelt hält – sowohl für Damen als auch für Herren.



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