Wir verwenden Cookies. Wenn Sie unsere Seite weiter besuchen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Einzelne über Cookies gewonnene Informationen führen wir mit sonstigen persönlichen Daten zusammen. Sollten Sie dies nicht wollen, klicken Sie hier.

Ihr Warenkorb
enthält 0 Artikel

    Wie weit tragen mich meine Füße?

    100 Kilometer non-stop in 24 Stunden wandern: Warum tut man sich das an? Was Jörg Bredendieck auf dem Marsch rund um Wuppertal erlebte, warum er im dunklen Wald nicht vom Weg abkam und wie schön die Ruhr bei Sonnenaufgang ist, lesen Sie in seinem ganz persönlichen Erfahrungsbericht.
    Gewässer mit dunklen Büschen. Darüber dunkelblauer Himmel mit orangenem Licht des Sonnenaufgangs.

    Kurz hinter Witten. Gegen 3:20 Uhr trennen mich nur noch wenige Schritte von Kilometer 70. Über zwei Stunden vorher habe ich das KM 50 Schild passiert, euphorisch, dass ich die Hälfte meines 100 km Marsches hinter mir hatte. Umkehren war nun keine Option mehr - schließlich war der verbleibende Weg vor mir kürzer als der Rückweg. An der Versorgungsstation in Witten fühlte mich recht gut, knabberte Salzstangen. Aber jetzt, am Ufer der Ruhr, überkommt mich die Müdigkeit. Gehen und schlafen ist keine gute Idee. Ich versuche es mit Schritte zählen. Von den anderen Teilnehmern des Marsches keine Spur. Dabei sind über 1.700 mit mir in Wuppertal gestartet. Wo sind die alle?

    50 Jahre. 100 km.

    Wie war ich überhaupt hier hingekommen, mitten in der Nacht ans Ufer der Ruhr, durch Nebelschwaden wandernd? Mit 50 hatte ich mir in den Kopf gesetzt meinen ersten 100 km Marsch zu absolvieren. Wieso, das lesen Sie hier im ersten Teil des Berichts.

    Der Marsch startete um 15:20 Uhr in Wuppertal Oberbarmen. Dort ist eine alte Bahntrasse umgebaut worden, jetzt freuen sich Wanderer und Radfahrer über die abwechslungsreiche Strecke. Von Walbusch ausgestattet mit Klepper Wanderstiefeln Aquastop, einem schnell trocknenden, klimaregulierenden Klepper Dry Touch Polo, eine Klepper 2-in-1 Jacke Aquastop und einer Klepper Touringhose Tactel stehe ich in der dritten Startgruppe.

    Zwei Wanderschuhe in Braun und Schwarz mit dicker Sohle und Schnürsenkeln.
    Klepper Wanderstiefel Aquastop

    Die ersten 20 Kilometer gleichen eher einem Wandertag in der Schule. Die Truppe schiebt wie ein Tausendfüßler raus aus Wuppertal über die ersten Hügel durch Wälder und Felder. Meine Füße fühlen sich gut an. Zugegeben sind die Schuhe bei den Temperaturen, es herrschen rund 22 Grad, etwas warm. Ab und zu schiele ich neidisch auf die leichten Turnschuhe der anderen. Aber meine Klepper Wanderschuhe geben mir Halt, von Blasen noch keine Spur.

    Die Strecke hat es in sich. Von Wuppertal führt sie über Schee nach Haßlinghausen. Viele Ortsnamen lese ich zum ersten Mal. Durch alte Eisenbahntunnel, vorbei an Güterbahnhöfen, Dönerbuden und Kleingärten geht es Kilometer um Kilometer weiter. Gegen 18:30 Uhr erreiche ich den ersten Verpflegungsposten. Nicht schlecht: 18 km in drei Stunden. Ich bin schneller unterwegs als gedacht…

    Bin das noch ich?

    Bevor es in den Gevelsberger Wald geht, erleuchtet die Sonne das Viadukt. Aber ich bin ja nicht zum Sightseeing hier. Hagen lassen wir rechts liegen und nehmen direkt Kurs auf Herdecke. Die Klepper Jacke steckt weiterhin im Rucksack. Vielleicht ist es Adrenalin, das mich warm hält. Bei der zweiten Verpflegungsstation am Ruhrviadukt Herdecke kommt sie dann zum Einsatz. Den austrennbaren Thermo-Blouson habe ich zuhause gelassen, aber kombiniert mit dem Polo und einem Halstuch hält sie die Kälte der Nacht gut ab. Vor allem ist sie leicht und schränkt mich beim Laufen nicht ein.

    Mann mit Dreitagebart und Stirnlampe schaut in das Bild und trägt ein rotes Halstuch und eine gelbe Jacke.
    Dunkelgelbe Jacke mit schwarzem Innenfutter und Reißverschluss.
    Klepper 2-in-1 Jacke Aquastop

    Im Wald machen sich die Klepper Wanderstiefel nützlich: der Weg, abschüssig und matschig, bietet wenig Halt. Aber dank der rutschfesten Vibram-Sohle komme ich nicht aus dem Tritt.

    Bald wird das Gelände flacher, es geht die Ruhr entlang. Wo bleibt nur die Sonne? Müsste die nicht längst aufgehen? Irgendwann dämmert es mir. Ich laufe Richtung Westen, wahrscheinlich wird es hinter mir hell. Tatsächlich - ein Blick nach Osten zeigt, die Nacht ist wirklich vorbei. Ich schöpfe neue Energie. Später lese ich im Tourenheft, dass ich von hier aus die Henrichshütte hätte sehen können. Aber nach 15 Stunden habe ich für Historisches kaum noch Sinn.

    Fluss von Nebel umgeben mit Wiesenufer. Im Hintergrund blauer Himmel mit gelbem Licht.

    Was mich jetzt noch weiterlaufen lässt, ist die Aussicht auf belegte Brötchen. Die gibt es angeblich an der letzten Verpflegungsstation in Velbert. In der Grundschule Max & Moritz bei Kilometer 79 liegen tatsächlich Käse- und Wurstbrötchen bereit, dazu Cola oder Kaffee. Andere gönnen ihren Füßen etwas Frischluft, ich behalte meine Wanderschuhe an. Wer weiß, ob ich noch mal reinschlüpfen würde, wenn ich sie einmal aus hätte…

    Die letzte Etappe lockt mit Hügeln.

    Noch 21 Kilometer. Ein Klacks, denke ich mir, die Distanz habe ich ja bereits knapp viermal in den zurückliegenden Stunden gelaufen. Vor allem scheint es nach dem nächsten Anstieg erstmal keine Steigungen mehr zu geben. Hoffe ich zumindest, denn der Weg heißt “Höhenweg”. Da ahne ich noch nicht, dass es erst auf den letzten drei Kilometern nicht mehr bergauf geht.  Fettenberger Weg, Winterberger Weg und Deilbachweg wurden doch bewusst wegen ihres ständigen Auf- und Ab ausgewählt, denke ich.

    War die Sonne vor ein paar Stunden noch willkommen, wünsche ich mir auf den letzten Kilometern Schatten. Gut, dass mein Klepper Dry Touch Polo hält, was der Name verspricht: Es leitet die Körperwärme ab und hält mich, trotz Schwitzens, trocken.

    Ich habe das Gefühl, die Hügel enden erst auf den letzten 1.200 m. Da bin ich zurück auf der alten Bahntrasse, wo ich vor über 21 Stunden startete. Diese Schlussstrecke kommt mir unendlich lang vor. Wie aufgezogen tragen mich meine Beine trotz der 99 km, die in ihnen stecken, voran. Und dann bin ich da. Leute klatschen. Eine Medaille aus Holz wird mir umgehängt. Es gibt eine Urkunde. Und: ein Bier. In der Aufregung fällt mir erst gar nicht auf, dass es relativ ruhig zugeht im Zielbereich. Spätere erfahre ich, dass von den über 1.700 Startern nur rund 500 ins Ziel kamen.

    Mann in dunklem Polo und Hose hat eine gelbe Jacke in der Hand. Er steht auf einer Straße vor einer Ziellinie mit mehreren Menschen.


    Würde ich die Strecke noch einmal laufen?
    Ja. Hat mich die Ausrüstung gut ins Ziel gebracht? Auf jeden Fall. Als ich zuhause meine Schuhe ausziehe, die feuchten Strümpfe abstreife, entdecke ich zwar ein paar Blessuren an den Füßen. Aber nach 100 km sicher kein Wunder. Vielen Dank, dass Sie mich auf dem Marsch begleitet haben.


    Diese Stories könnten Ihnen auch gefallen


    :