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Guter Stil ist immer modern

Zeitlos. Alterslos. Gut angezogen. Bernhard Roetzel, renommierter Mode-Journalist und Autor vieler Bücher, darunter das Standardwerk „Der Gentleman“, hat zusammen mit Walbusch eine Kollektion für den modernen Mann entworfen. Sorgfältig hergestellt aus hervorragenden Materialien, oft in europäischen und deutschen Manufakturen, ist so eine Kollektion entstanden, an der Männer viele Jahre Freude haben werden. Vor allem wird sie nicht aus der Mode kommen, denn guter Stil ist immer modern.

Die Beilagen kamen regelmäßig. Sie lagen in der FAZ, die meine Eltern abonniert hatten. Darin immer das Bild eines Hemdkragens, bei dem der oberste Knopf fehlte. Damit er nicht den Hals einengt, wenn man ihn mit Krawatte trägt. Trelegant hieß dieses Kragenmodell – kommt das von „très elegant“? Ich habe mir den Käufer der Hemden mit diesen Kragen immer als Zahnarzt vorgestellt. Oder als Studiendirektor. Als jemanden, der sich noch jeden Tag richtig anzieht, mit Krawatte und Oberhemd. Der dabei aber so vernünftig ist, dass er seinen Hals nicht in einen engen Kragen einzwängt. Wahrscheinlich hat er einen Mercedes 230 CE gefahren. Modellreihe W123 natürlich. Beste Qualität. Aber nicht übertrieben. Wie Walbusch.

Meine Erinnerungen und Assoziationen stammen aus weit zurückliegenden Zeiten. Doch auch danach war Walbusch-Werbung immer präsent. Der Trelegant-Kragen, die Hosen aus dehnbarem Wollstoff, Sakkos aus Harris-Tweed. Ich habe sie mit immer neuem Blick wahrgenommen. Als Grafik-Design-Student unter dem Layout-Aspekt – wie packen die ihre Seiten so voll, wie nutzen sie jeden Quadratzentimeter? Als junger Texter in Werbeagenturen mit kollegialem Interesse – was macht die Headlines so stark? Wie bringen sie den Leser dazu, die Bodycopy zu lesen? Und als Modejournalist verfolge ich seit 20 Jahren, wie Produkte und Werbung immer wieder aufs Neue an die Zielgruppe angepasst wurden. Und wie neue Zielgruppen hinzugekommen sind. Als Walbusch per E-Mail anfragte, ob man sich über eine Zusammenarbeit unterhalten könnte, fing es in meinem Kopf deshalb sofort an zu arbeiten. Und ich griff gleich zum Telefonhörer.

Das erste Gespräch dauerte über eine Stunde. Walbusch hatte die Idee, dass wir gemeinsam eine Kapsel-Kollektion entwickeln, hochwertige Teile „designed by Bernhard Roetzel“ . Vor meinem inneren Auge entstanden sofort die ersten Entwürfe. Walbusch ist ein deutscher Klassiker, wie Nivea oder Miele, es geht um Qualität und Haltbarkeit in jeder Hinsicht. Keine modischen Eintagsfliegen, sondern Teile für Jahre. Das Telefonat endete mit einem mündlichen Handschlag: Wir machen das zusammen. Und wir sehen uns in Solingen. Denn ich wollte Walbusch erst einmal richtig kennenlernen. Die Menschen, die hinter der Marke stehen.

Ein paar Wochen später fand das Treffen statt. Nicht in einem anonymen Konferenzraum, sondern im Herzen der Katalogproduktion. Zwischen Moodboards und Musterteilen, Pinnwänden voller Kataloglayouts und dicken Bündeln von Stoffproben. Die Designer und Einkäufer zeigten mir, wie sie arbeiten. Und ich verstand, dass Walbusch viel mehr ist als ein Klassiker. Walbusch ist entschieden zeitgemäß. Und ich begriff, warum die Chefs von Einkauf und Marketing auf manche meiner ersten Ideen mit Skepsis reagiert hatten. „Bloß kein Retro!“. Walbusch verleugnet seine Wurzeln nicht, der Blick geht aber immer nach vorn. Die Kundschaft wird nicht jünger. Aber die ältere Generation ist anders geworden. Wer heute 60 wird, ist oft so aktiv wie früher jemand mit 40. Das spiegelt sich auch in den Kollektionen wider, die Walbusch jedes Jahr herausbringt. Viel Farbe, viel Sportlichkeit, viel Aktivität.

Nach dem Besuch in Solingen begann ich direkt mit der Arbeit an der Kollektion. Mir schwebte ein Komplettlook vor unter dem Arbeitstitel „Der moderne Gentleman“. Hemden waren die erste Kernkompetenz des Hauses, deshalb sollten sie unbedingt dabei sein. Und natürlich Hosen. Trotz der Abneigung des Hauses gegen Retrolooks habe ich eine Hose mit Anklängen an die 60er und 70er Jahre entworfen: Cavalrytwill mit Quertaschen und Seitenschnallen. Die ist weit entfernt von den dehnbaren Wollhosen, die so knitterresistent waren, dass ein Knoten im Hosenbein keine Falten hinterlassen hat, nachdem er gelöst wurde. Ein weiteres Schlüsselteil meiner Kollektion soll ein Tweedsakko sein. Walbusch war immer sehr britisch mit Sakkos aus schottischen Streichgarnstoffen, Krawatten aus Irish Poplin und ganz viel Strick von der Insel. Und passend zum Herbst eine Regenjacke aus wasserdichtem Baumwollgewebe. Und noch einige Teile mehr . Die Entwürfe waren nach einer guten Woche fertig und wir trafen uns erneut in Solingen zur Präsentation. Im Dialog haben wir meine Ideen weiterentwickelt und schließlich festgezurrt.

Als Autor schreibe ich oft monatelang an einem Buch, dann geht das Manuskript ins Layout, irgendwann bekomme ich ein erstes Exemplar. Es auszupacken und durchzublättern, das Papier zu fühlen, diesen Geruch nach neuem Buch einzusaugen, das ist ein besonderer Moment. Eine Idee ist greifbar geworden. So ähnlich hat es sich angefühlt, als ich beim nächsten Besuch in Solingen die ersten Musterteile in der Hand halten konnte. Was als Idee begonnen hatte, hing jetzt vor mir an einer Kleiderstange. Zwar erstmal nur als Muster. Aber greifbar. Ich konnte Stoffe und Passform spüren, Texturen ertasten, die Qualität sehen.

Ein paar Monate später saß ich mit einem Model vor einem Kamin und spielte Schach, während der Fotograf die nächsten Aufnahmen vorbereitete. Das Model war fast einen Kopf größer als ich und etwa 15 Jahre jünger. Wir beiden trugen Teile aus der Kollektion, die ich entworfen habe. Und ich fand, dass sie zu uns beiden passte. Wir sahen nicht verkleidet aus. Einfach nur angezogen. Gut angezogen. Und ich stellte mir vor, dass irgendwann ein Junge diese Bilder in einem Katalog sehen würde. Vielleicht wird er in 20 oder 30 Jahren auch eine Kollektion entwerfen für die Firma, bei der sein Vater jetzt Hemden kauft. Das ist für mich Walbusch. Zeitlosigkeit und Alterslosigkeit.

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Beantworten Sie einfach folgende Frage: „Aus welchem besonderen Stoff ist eine Hose der Kollektion by Bernhard Roetzel mit Anklängen an die 60er und 70er Jahre gefertigt?“ Schicken Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Anwort sowie Ihrem vollständigen Namen und Adresse an roetzel@walbusch.de .
Hier finden Sie die Teilnahmebedingungen.

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